Eine Kajaktour im

Rogen Nationalpark Schweden

24. Juli bis 10. August 2021

 

© Klaus Goerschel Markdorf

 

Am Nachmittag des 24. Juli fuhr ich auf der schwedischen Landstraße 311 Richtung Tännäs und bog kurz nach Brändasen links in eine Schotterstraße zum Rogen Nationalpark ein.

 

Der Rogen Nationalpark in der Provinz Jämtland. Der rote Kreis markiert den Umkreis meiner Paddel- und Wandertouren im Nationalpark.

 

Ein Ausschnitt des Nationalparks aus der schwedischen Gröna Karte Rogen 172A

 

In der Ferne die norwegischen Berge der Femundsmarka. Der Rogen Nationalparks liegt von hier gesehen vor diesen Bergen.

 

Blick von der Schotterstraße auf den Väster-Vattnan

 

Nach ca. 18 km Schotterweg tat sich links ein großer Parkplatz auf mit dem einladenden Hinweis "Parken für Besucher des Nationalparks".

Der Besuch des Parks kostete nichts. Einzig und allein war gutes umweltgerechtes Verhalten zum Schutz der Natur gefordert. Der Parkplatz hatte eine große Stellfläche und eine hüttenartige Toilette.

Ich fand einen schönen Stellplatz. Hier parkten viele holländische Gäste, mit denen ich schnell ins Gespräch kam. Sie lebten hier in ihren Wohnwagen und -mobilen eine kurze Zeit und unternahmen von hier aus Wanderungen. Es gibt in dem Park ein weitverzweigtes Netzt von markierten Wanderwegen. Sie verbanden viele eiszeitliche kleine Seen untereinander, sodaß man sich auch den Park erwandern kann.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Rogen Nationalpark allerdings bei den Kanuten. Man paddelt über den See und trägt das Boot in den nächsten See. Und das war es, was auch ich vor hatte.

Es war ein warmer Sommerabend. Ich stellte Tisch und Stuhl neben dem Auto auf und erholte mich von der langen Anfahrt. Ab und zu lugte ein Rentier nach mir, wendete sich allerdings bald ab, weil es bei mir nicht viel zu sehen gab, außer das ich Knäckebrot aß und heißen Kaffee dazu trank.

 

Eine kleine Ruhebank in einer Ecke des Parkplatzes. Von hier aus konnte man verschiedene Wandertouren Richtung Vingarna, Rogensee und Käringsjön unternehmen.

 

Ein dezenter Hinweis, dass man sich im Nationalpark befindet.

Auf diesem Fahrweg konnte man zur Käringsjön-Farm gelangen.

 

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Parkplatz machte ich mich schon am nächsten Morgen bei herrlichstem Sonnenschein zu einer Wanderung zum Vingarna See auf.

 

Immer wieder stieß ich auf Moränenhügel aus groben Steinen, die eine deutliche Sprache von der Entstehung des Parks zur letzten Eiszeit sprachen.

 

Der Wanderpfad führte mich über Stock und Stein durch einen duftenden Kiefernwald. Ich war von der Stille um mich herum gefangen genommen. Als ich zum ersten mal den Vingarna See sah, hatte ich das Gefühl allein auf der Welt zu sein. Auf der Stelle war ich von der Einsamkeit verzaubert.

 

Nur ein leises Plätschern am Ufer des Sees holte mich in die Wirklichkeit zurück.

 

Diese kleine Hütte aus alten Holzbohlen, die den Wanderer zum Verweilen einlud, erinnerte daran, dass man hier doch nicht ganz allein war.

 

Ein Blick in die Hütte zeigte mir, dass man hier gut rasten und Schutz finden konnte.

 

Oftmals zeigte der Rogen Nationalpark. seine wilde unberührte Natur. Bäume kippten um und blieben liegen wohin sie gekippt waren.

 

Der Wanderpfad führte mich über einen Moränen-Damm, der den Öster- vom Vester-Vingarna teilte.

 

Von dem erhöhten Damm aus hatte ich einen schönen Blick in den südlichen Öster-Vingarna.

 

Ein Angler, der von seinem Rucksackboot aus angelte.

 

An dieser engsten Stelle waren die beiden Vingarna Seen durch einen Bach verbunden.

 

Nach den Vingarna Seen entschied ich mich Richtung Rogensee weiter zu gehen.

Der Pfad, der hier durch Sumpfland führte, musste mit Holzbohlen gesichert werden.

 

Ab und zu wird der steinige Waldpfad durch rote Punkte markiert.

 

Ein Foto von mir mit Kamera auf einem Stein und Selbstauslöser. Es war ein sommerlich warmer Tag und harziger Kiefernduft lag in der Luft.

 

Der Pfad durch den Wald war schier endlos. 3 km vor dem Rogensee entsschied ich mich zum Käringsjön abzubiegen. Es war ca 14 Uhr und es lagen 12 bis 15 km Heimweg zum Parkplatz vor mir. Gegen 18 Uhr erreichte ich nach ca. 23 km endlich Käringsjövallen und kurz darauf hungrig und müde den Parkplatz. Es war eine erste Wanderung über Stock und Stein durch den einsamen Nationalpark.

 

Nach einer ruhigen Nacht auf dem Parkplatz verbrachte ich den nächsten Tag an einem Sandufer des Mysklan.

 

Die Luft hatte sich auf 20° C erwärmt und so freute ich mich auf ein Bad in diesem sprudelnden Fluss.

 

Der Mysklan wird von den Bergen des Skedbrofjälets gespeist. Es ist ein glasklarer fischreicher Fluss, der im Sommer nicht einmal so kalt ist.

 

Ich bade sehr selten in schwedischen Flüssen. Aber heute strahlte die Sonne intensiv und die Luft war so wunderbar warm, sodass ich ein Bad im Mysklan wagte.

 

Hin und wieder erweiterte sich der Mysklan zu einem stillen Waldsee.

 

Eine Tag später entschloss ich mich, mit dem Auto und aufgeladenem Boot zur Käringsjön-Farm zu fahren. Ein 6 km langer holpriger Pfad durch den Park, für den eine Gebühr von ca. 4 EUR bezahlt werden musste. Letztlich wollte ich für mein Boot eine Einsatzstelle im Käringsjön erkunden.

 

Der Zutritt auf den Hof der Farm war gesperrt. Die Kosten waren genau aufgelistet: Weggebühr 40 Kronen und 20 Kronen pro Tag Parkgebühr. (ca. 2 EUR). Damit kann man leben.

 

Ich entschloss mich, vor dem Eingang zu parken und hier Boot und Gepäck zu entladen. Später musste ich das Auto auf einen extra Parkplatz fahren.

 

Alle Packsäcke mussten nun vom Auto zum Ablegesteg gebracht werden. Hilfsbereite Hände halfen mir beim Tragen meines Bootes, das mehr als 20 kg wog.

 

Der Angler erzählte stolz, dass sein schwarzes Kohlefaser-Boot nur 12 kg wiegt. Da konnte mein rotes Kanu nicht mithalten.

 

Als ein Paar mit 2 ultraleichten Gummibooten anlandeten, wurde ich neugierig. Sie priesen mir ihre ultraleichten Boote an: "Jedes wiegt weniger als 5 kg." Es klang verlockend. Dafür waren sie aber auch nur wenige Tage unterwegs mit einer Ausrüstung, die äußerst spartanisch war.

 

"Hier entspringt die Göta Älv" Das ist ein Fluss, der in Göteborg in den Kattegatt mündet. Er verbindet also Käringsjön mit der großen weiten Welt.

 

Angenommen es stimmt, dann sind es bis Göteborg noch 731 km, die das Wasser zurückzulegen hat. Eine verlockende Aussicht, diesen Weg nach zu paddeln.

 

Die ersten Meter auf der Göta Älv in den Kähringsjön.

 

Am frühen Nachmittag war ich endlich auf dem Käring-See. Die Sonne versteckte sich hinter den Wolken und es wehte ein kühler Wind. Ich steuerte schnurstracks auf die Westküste des Käringsjön zu.

 

Je mehr ich mich dem Ufer näherte, desto deutlicher zeichnete sich eine kleine Bucht ab, in der ich auch eine Liegefläche für mein Zelt finden konnte.

 

Ich war von diesem Platz mit Blick auf den See sehr angetan, baute sofort mein Zelt auf und zog mein Boot an Land.

 

Hier ein Blick in das Innere. Mein Schlafplatz bestand aus einem leichten Moskitozelt mit Luftmatratze und dickem Schlafsack. Ein Anglerstuhl und ein zusammenklappbares Tischlein machten den Aufenthalt im Tipi richtig gemütlich. Hier hatte ich Standhöhe und brauchte einen Regen nicht zu fürchten.

 

Der Abend war in feuerrotes Licht getaucht.

 

Für den nächsten Tag hatte ich mir vorgenommen, meine nähere Umgebung zu erkunden. Nicht weit von meinem Lagerplatz sah ich schon den nächsten See durch die Bäume leuchten.

 

Nur einige Meter von meinem Zeltplatz entfernt führte ein Wanderpfad in Richtung Rogensee. Er schlängelte sich naturbelassen über einen steinigen Boden durch den Wald.

Ein idealer Wanderweg! Da er aus der Richtung der Käringsjön Farm kam, liefen hier immer mal wieder Wanderer einzeln und in Gruppen an meinem Zelt vorbei, die mir zum Teil freundlich zuwinkten.

 

Vom Weg abgelegen breiteten sich auch Moore aus, in denen die Moltebeere zu Hause war. Ich wußte, dass sie noch unreif war, wenn sie rot leuchtete. Nur im gelben Zustand war sie reif. Obwohl sie weder wie eine Brombeere noch wie eine Himbeere schmeckte und auch nicht mit dem Geschmack von Blaubeeren und Preiselbeeren zu vergleichen war, konnte man sie gut essen.

 

Heidelbeeren, auch Blaubeeren genannt, gab es zu dieser Jahreszeit in Hülle und Fülle. Sie waren zwar nicht so riesengroß wie man das neuerdings aus den Supermärkten kennt, aber dafür sehr schmackhaft, sodass ich bei jedem Spaziergang und jeder Wanderung ordentlich davon pflückte.

 

Wieder einmal die groben Felssteine einer Moräne zwischen den Seen.

 

Ein Blick vom Wanderweg auf mein Zelt und den Verbindungsbach zwischen dem Käringsjön und einem kleineren Nebensee.

 

Heute war ein kühler windiger Tag. Doch es kamen immer mal wieder Paddlergruppen auf die kleine Bucht zu gepaddelt. Bei diese Gruppe gab es eine Besonderheit. Schon von weitem hörte ich ein lautes durchdringendes Wolfsgeheul. Ich war überrascht und konnte mir das kaum erklären.

 

Erst als die Gruppe in der Bucht anlandete, entdeckte ich, dass ein kleiner Hund wie ein ganzes Rudel Wölfe geheult hatte. Im Schutz des Landes war er friedlich und still als wär nichts geschehen.

 

Am späten Abend kam Erich, der Vogelkundler an meinem Zelt vorbei. Wir kamen in ein interessantes Gespräch und unterhielten uns lange über die Tierwelt im Nationalpark.

 

Ein Bild von mir vor meinem Tipi am späten Abend.

 

Kurz vor der Nacht machte ich mir noch eine leckere Pfanne Bratkartoffeln mit Speck.

 

Wieder leuchtete zu Beginn der Nacht der Himmel blutrot auf.

 

Heute ist der Aufbruch zu neuen Ufern geplant.

 

Mein Tipi nach dem Abbau der Mittelstange. So sah es dann auch aus, wenn ich das Zelt aufbaute.

 

Als erstes musste ich das Boot zum Ufer des anliegenden Sees transportieren. Wegen des steinigen Waldbodens erwies sich das Unterfangen als anstrengend und langwierig.

 

Ein bischen mühselig gestaltete sich der Transport der einzelnen Camping-Gepäckstücke. Ein großer Seesack wäre praktischer gewesen.

 

Mein gepacktes Boot zur weiteren Erkundung bereit.

 

Glücklicherweise klarte der Himmel auf und ab und zu lugte sogar die Sonne durch die Wolkendecke.

 

Am späten Nachmittag landete ich in einer winzigen Bucht an einer flachen Uferwiese an.

 

Nach Erkundung entdeckte ich diesen schmalen Bachlauf.

 

Ich sah hier die Chance zu campen und treidelte mein Boot in die Nähe eines möglichen Zeltplatzes.

 

Auf einer kleinen Wiese stellte ich mein Kuppelzelt unter freiem Himmel auf.

 

Nun hatte sich die Sonne durchsetzt. Gleichzeitig kam eine kräftige Brise Wind auf .

 

Das Tarp ist ein wichtiger Bestandteil für das Leben mit einem Kuppelzelt. Damit ist auch ein Zeltleben bei Regen möglich.

 

Nach getaner Arbeit suchte ich mir ein windstilles Fleckchen und nahm ein ausgiebiges Sonnenbad. Ein wunderbarer Moment der Ruhe.

 

Schönes Wetter am nächsten Tag. Ich erkundete meine neue Umgebung

 

Immer wieder zeigt der Park wie die Eiszeit ihn geformt hatte.

 

Kleiner Abstecher bis zum Kraksjön.

 

Auf diesem ausgetretenen Sumpfpfad transportierte ich mein Boot in den Kraksjön.

 

Das Boot lag schon mal startbereit am Ufer des Kraksjön. Jetzt musste es nur noch beladen werden.

 

Nach 2 Wandertagen geht es weiter auf der Suche nach einem Zeltplatz am Kraksjön.

 

Das Glück war mir hold und ich fand einen schönen Platz zum Campen auf einem erhöhten Uferbereich des Kraksjön. Hier wollte ich einige Tage bleiben und einige längere Wanderungen unternehmen.

 

Je weiter man im Park nach Westen vorstößt, desto einsamer wird er.

 

Für heute wollte ich ein Stück um den Kraksjön herum wandern.

 

Blick zurück auf meinen Zeltplatz. Der gelbe Punkt ist mein Tipi.

 

Ab und zu musste ich auch solche eiszeitlichen Steinfelder überwinden. Hier heißt es gut die Balance wahren und nicht ausrutschen.

 

Das ist die Umtragungsstelle vom Kraksjön in den Källsjön

 

Vater und Sohn, sie trugen gleich ihr Kanu über den Moränenhügel zum Källsjön.

 

Die beiden machten auch ein Bild von mir.

 

Ein Uferhang mit reich tragenden Heidelbeerbüschen. Wie immer tat ich mich außerordentlich gütlich.

 

Ein Blick über den See nach Norden zum Handskinne, den ich im Winter mit Skiern erstiegen hatte.

 

Gegen Abend war ich wieder zurück am Zeltplatz.

 

Friedliche Abendstimmung !

 

Nach einer kühlen Nacht machte ich mich heute wieder auf den Weg um den Kraksjön.

 

Ich wollte genauer erkunden, ob es einen einfachen Umtragungsweg in den Källsjön gab.

 

Die Moränenhügel zwischen den Seen erheben sich hier bis zu 50 m.

 

Hier sieht der Pfad der Übertragungsstrecke zum Källsjön noch machbar aus.

 

Auch über dieses Steinfeld musste das Boot getragen werden.

 

Und das ist die Einsatzstelle in den Källsjön. Insgesamt geht es also ca 300 m über Stock und Stein. Allein kaum machbar, denke ich.

 

Also ging meine Suche weiter, vorbei an Tümpeln und ....

 

---- und über Steinfelder.

 

 

Hier wuchsen besonders viele Moltebeeren.

 

Auch über diese Felsbrocken ließe sich ein Boot nur schwer transportieren.

 

Sumpflandschaft mit braunen Moorlöchern, die sehr gefährlich waren.

 

Eine Hütte am Källsjön.

 

Wohlverdiente Mittagspause.

 

Wolken über dem einsamen Källsjön.

 

Wieder zurück am Kraksjön.

Heute war ich fast 8 Stunden unterwegs gewesen. Ein guter Hunger und eine rechtschaffene Müdigkeit waren der Lohn.

 

Am nächsten Tag zogen dunkle Wolken auf. Heute wollte ich zum Rogensee wandern.

 

Blick zurück zum Gipfelgrat des Handskinne.

 

Südlicher Krattelsjön

 

 

Der Krattelsjön, Blick nach Norden.

 

Kleinerer See am Wegesrand

 

Man konnte sehr wohl auch ohne Pfad von See zu See laufen. Man musste allerdings gehörig vor Moorlöchern aufpassen.

 

Wieder einmal vom Wanderpfad abgewichen.

 

Moorige Tümpel, die nicht von Moränen umgeben waren.

 

Die Rentiere haben hier keine Scheu vor Menschen.

 

Vor mir lag ein ausgedehntes Moorgebiet. Ich konnte es nur von Stein zu Stein und Grasbuckel zu Grasbuckel queren.

 

Kurz bevor ich den Rogensee erreichte, hörte ich ein wildes Hundegebell und stieß unerwartet auf diese Hütte.

 

Der große Rogensee mit Blick nach Südwesten. Wunderbare Ruhe und Stille der Natur führte auch hier zu innerer Einkehr.

 

Blick über den Rogensee Richtung Südosten.

 

Direkt am See gönnte ich mir eine Mittagspause. Der See lud zum Träumen ein und in mir kam der Wunsch hoch, eimal wieder zu kommen und mit dem Boot auch diesen riesigen See zu erkunden.

 

Als Rückweg wählte ich die Uferroute duch das rote Heidekraut in Richtung Rogenstube.

 

Oftmals querte der Pfad mooriges Gebiet. Dann führte man ihn über Bretter vorbei an Moorlöchern und gefährlichem Sumpf.

 

Noch vor der Rogenstube trat ich den Heimweg quer durch die Landschaft an.

 

Immer wieder pflückte ich Heidelbeeren oder Moltebeeren, die mir eine wertvolle Frisch-Nahrung waren.

 

Ein wenig blinzelte nun die Sonne und die Seen schimmerten gleich im freundlichen Licht.

 

Der Handskinne im Schatten großer Wolkenbänke. Im Winter hatte ich den langen Weg zum Gipfel unternommen.

 

In der Nähe des Zeltes. Heute war ich wieder den ganzen Tag unterwegs gewesen.

 

Zurück am Zelt kochte ich mir eine kräftige Erbsensuppe aus der Tüte mit Salami Wurstscheiben. Es war ein gesundes Leben: den ganzen Tag auf den Beinen oder Paddeln im Boot, einfaches Essen, Beeren als Obst und Wasser zum Trinken, mit der Dämmerung schlafen gehen und in der Frühe wieder aus dem Schlafsack! Da fühlt man schon nach wenigen Tagen, dass es einem gut geht.

 

Für die Nacht musste ich mich warm einpacken, denn schon am Abend zeigte das Thermometer nur +2° C.

 

Am nächsten Morgen schien die Sonne. Ich zog mich warm an und genoß ein Sonnenbad. Diese Aufnahme machte ich mit Stativ.

 

Ich konnte den kleinen Vogel nicht einordnen. Erich hätte es gewusst. Nur soviel war klar, der Piepmatz war selbstbewusst und hatte keine Angst.

 

Unglaublich, heute Morgen herrschte fast Windstille.

 

An Mittag entschloss ich mich zu einer Wanderung nach Käringsjön.

 

Erst geht es am Ufer des Kraksjön bis zum Wanderpfad nach Käringsjön.

 

Nach einer kurzen Waldstrecke geht es an ausgedehnten Moorwiesen vorbei.

 

Das war kein Rentier sondern graziles Rotwild.

 

Diese kleine Hütte gehört zur Käringsjön Farm.

 

Das Haupthaus der Käringsjön-Farm, die hier schon seit urlangen Zeiten existierte.

 

Ich lud Abfälle des Zeltlebens noch in meinem Auto ab und machte mich dann auf den Rückweg.

 

Heute werde ich mein Zelt abbauen und weiter ziehen. Weil ich aber auf meinen Erkundungswanderungen feststellen musste, dass ich mein Boot nicht zum Källsjön transportieren konnte, entschloss ich mich, die weiteren Tage auf dem Kraksjön und anschließend noch auf dem Käringsjön zu verbringen.

 

Wie immer wenn abgebaut wird, ein großes Durcheinander.

 

Es muss alles in das Boot rein und ....

 

...... dann muss es zu Wasser gelassen werden.

 

Suche nach neuem Zeltplatz am Kraksjön.

 

Schon vom Wasser aus erkannte man einen ebenen Waldboden, auf dem ich mein Zelt aufbauen konnte.

 

Ich hatte vor, hier nur eine Nacht zu campieren und baute deshalb nicht mein Tipi, sondern mein Kuppelzelt auf.

 

Von diesem Zeltplatz aus konnte ich immer wieder durchziehende Kanuten beobachten.

 

Auch das Tarp zog ich sicherheitshalber über das Zelt.

 

Von hier aus konnte ich gut die Kanu-Bewegungen auf dem See beobachten.

 

Jetzt meinte ich in Kanada zu sein.

 

Samt und sonders paddelten alle Boote Richtung Käringsjön "nach Hause".

 

Auch von diesem Platz aus unternahm ich kleinere Wanderungen.

 

Typische Abendstille im Park

 

Im Packen des Bootes hatte ich langsam Routine.

 

Heute habe ich noch 2 Umtragungen vor mir.

 

Die erste Umtragung habe ich überraschend schnell bewältigt. Jetzt muss ich nur noch das Boot durch den Bach treideln und die nächste Umtragung bewältigen.

 

An dieser Uferstelle mühte ich mich das beladene Boot auf das Ufer hoch zuziehen. Da passierte es, dass ich auf einem Stein unter Wasser ausrutschte und bis zur Brust im Wasser versank.

 

Ich bugsierte das Boot doch noch auf das Ufer hoch und hängte meine Sachen zum Trocknen in den Ästen auf.

 

Nun überlegte ich gerade, wie ich das Boot in den Käringsjön umtragen könnte, da fragte mich ein bärtiger Herr in englischer Sprache, ob er helfen könne.

In diesem Augenblick, in dem ich noch am ganzen Körper wegen des Unfalls zitterte, erschien mir dieser freundliche Mann wie die Erscheinung das Schicksals selbst.

 

Wir trugen das Boot gemeinsam bis an das Ufer des Käringsjön. Ich bedankte mich in aller Herzlichkeit und bot dem Mann an, dass ich ihm helfe sein Kanu in den nächsten See zu tragen. Er bedankte sich und sagte mir, seine Frau sei stark und könne das Boot selbst tragen.

 

Dann trugen die beiden das Boot mühelos in den nächsten See und paddelten davon.

 

Stück für Stück schleppte ich die Packsäcke auf die Uferseite des Käringsjön.

 

Zum Schluss treidelte ich noch das Kanu auf die andere Uferseite und verpackte meine Säcke im Boot.

 

Gegen 4 Uhr Nachmittags legte ich ab und paddelte auf den See hinaus.

 

Zügig nahm ich Kurs auf den südlichen Käringsjön. Ganz am Ende des Sees gab es eine Bretterbarriere an der man anlegen konnte, um das Boot in den Hansee zu tragen.

 

Ich baute mein Tipi auf einer erhöhten Moosschicht auf und wanderte ein Stück auf dem Weg zum Hansee. Im Stillen hatte ich gehofft auf diesem Pfad mein Boot mit meinem Bootswagen zu transportieren. Aber die Felssteine machten das unmöglich. Boote die hier von einem See in den anderen befördert werden sollen, können sinnvollerweise nur getragen werden.

 

Für mich gab es also keine Hoffnung, vom Käringsjön in den Hansee und von dort in den Rogensee zu gelangen. Also plante ich, hier mein Zeltlager für 2 Tage einzurichten.

 

Die Abendsonne zauberte ein romantisches Licht auf mein Tipi.

 

Am nächsten Morgen kamen Paddler mit einem ultraleichtem Rucksackboot vom Hansee an meinem Zelt vorbei gezogen.

 

Sie fotografierten mich und wir unterhielten uns länger über das Wunder des Nationalparks hier. Keine Autostraße, die zum Rogensee führt, keine Holzindustrie die die Kiefernbestände ausbeutete, keine Massenfischfangindustrie, die den Bestand der verschiedenen Arten bedrohen würde.

 

Die beiden sind begeisterte Verteidiger des Öko Systems des Nationalparks. Wir verabschiedeten uns in gegenseitigem Verständnis wie der Park auch in Zukunft zu schützen sei.

 

Gute Reise!

 

Das ist das Ende des Wanderweges vom Käringsjön zum Hansee.

Heute möchte ich eine Wanderung zur Rogenstuga unternehmen und dafür werde ich quer durch den Park gehen.

 

Immer mal wieder musste ich Bäche durch Sprünge überwinden.

 

Vorbei ging es an unberührten Uferzonen mit schönen Ausblicken auf die Berge der Femundmarka.

 

Auch gab es erhebliche Umwege, in denen ich Moore und Tümpel umgehen musste.

 

Nach einigen Stunden erreichte ich die Moränenberge auf denen die Rogenstuga errichtet wurde.

 

Eine kleine Hütte als Vorbote der großen Rogenstuga.

 

Wunderschöne Aussicht auf den Rogensee vom Plateau der Rogen Wanderhütte aus.

 

Die Rogenstuga!

 

 

 

Im Innern der Rogenstuga mit Blick auf die Küche und den Ofen.

 

Hier in der Wanderstuga die beiden Schlaf-Kammern

 

Diese deutsche Kanu-Paar fotografierte meine Wanderkarte mit den Umtragungsstrecken, die ich selbst eingezeichnet hatte.

 

Der Mann war dankbar und zeigte mir auf seinem Handy seinen letzten Angelfang, eine armdicke Forelle.

 

Umgekehrt machte der Mann ein Bild von mir. Wir verstanden uns gut und wünschten uns gute Reise.

 

Die beiden mussten mit ihren Ally zwangsläufig an meinem Zelt vorbei kommen.

 

Kaum waren sie außer Sicht gepaddelt, da kehrte an diesem Strand wieder Einsamkeit und Ruhe ein.

 

Ich wanderte nach Kompass 2,5 Stunden lang quer durch die Natur an flachen Seen und Mooren vorbei wieder zurück zu meinem Zelt.

 

Gegen 17 Uhr hatte ich meinen Campingplatz wieder erreicht.

 

Mittlerweile kamen Wasserwanderer vorbei, die ich unterwegs getroffen hatte und die etwas langsamer vorangekommen waren als ich, der ich querfeldein gestiefelt war. Herzliche Begrüßung!

 

1 Stunde später kamen auch meine Bekannten von der Rogenstuga vorbei. Bis jetzt hatte ich geglaubt, dass sie eigentlich schon an meinem Zelt vorbei gezogen wären.

 

Dann geschah etwas Überraschendes. Der Mann erzählt mir, dass sie den Weg hierher nur nach einer Irrfahrt und anschließendem Blick auf das Handyfoto und der von mir fotografierten Karte gefunden hatten. Nun griff der Mann in eine Tasche und schenkte mir die armdicke Forelle, die er mir schon auf dem Handy gezeigt hatte.

 

Überrascht bedankte ich mich. Eine Stunde später halbierte ich die Forelle und bruzzelte sie in einer Pfanne bis sie gar war.

 

 

Die Forelle war ein Gedicht. Mehr oder weniger habe ich nur die Forelle gegessen. Sie hat mir wunderbar geschmeckt, sodass ich mich gefragt habe, ob ich selbst nicht auch angeln sollte.

 

Es war keine ruhige Nacht. Es regnete was das Zeug hielt und ich war nachts in Sorge, dass das Zelt unter Wasser stehen könnte. Doch jetzt zahlte sich aus, dass ich das Tipi auf einem Moospolster errichtet hatte. Das Wasser wurde von dem Moos aufgesaugt.

 

Der Regen ließ 9 Uhr morgens nach. Mein Entschluss stand fest. Ich wollte mein Zelt abbauen und zurück nach Käringsjön paddeln. Dazu musste aber erst mein Zelt trocken sein.

 

Die Wolkendecke klarte auf, das Zelt trocknete und so hatte ich 13 Uhr mein Boot gepackt und

 

legte bei trockenem Wetter und leichtem Sonnenschein vom Ufer ab.

 

Zügig paddelte ich direkt auf die Käringsjön Farm am anderen Ende des Sees zu.

 

Jetzt galt es, die kleine Mündung der noch jungen Göta Älf zu finden.

 

Vorsichtig paddelte ich den gewundenen Bachlauf bis zum Anlegesteg. Dieser junge Mann half mir sofort das Boot aus dem Wasser zu ziehen. Bevor ich etwas sagen konnte, packte er mein Kanu in der Bug-Schlaufe und wir trugen das Boot vom Anlegesteg weg zum Parkplatz hinauf.

 

Ruck zuck hatten die beiden Männer ihren Ally am Anlegesteg ins Wasser gelassen. Ohne große Pause begann ich dann auch meine Packsäcke zum Parkplatz zu schleppen.

Anschließend holte ich mein Auto vom Parkplatz, lud das Boot auf das Dach, verstaute das Gepäck und sagte Käringsjön "Ade"

Auch dem Mysklan schickte ich noch ein paar Grüße in Dankbarkeit.

 

Auf dem Weg zum großen Parkplatz, wo auch mein Wohnwagen stand, hielt ich noch einmal an diesem malerischen Moorsee inne. Der Abschied vom Rogen Nationalpark tat mir weh. Er war für mich endgültig zu einem Symbol einer intakten Umwelt geworden. Aber nicht nur das. Die Ruhe und der Frieden abseits der hektischen Welt, die ich im Rogen Nationalpark erleben durfte, waren ein wunderbares Erlebnis.

 

Auf dem Parkplatz koppelte ich meinen Wohnwagen an und machte mich auf den langen Weg nach Trelleborg.

Aus der Rührung über den Abschied war neue Fröhlichkeit gewachsen und so sagte ich zu mir: "Du wirst wieder kommen. Und außerdem, im Rogen Nationalpark gibt es noch viel zu entdecken."

Es dauerte noch mehrere Tage bis ich endlich zu Hause war. In Rostock besuchte ich noch Freunde. Dann noch ein Kurzbesuch an der Müritz selbst.

Nachträglich stellte sich heraus, dass die Corona Krise, die unser Land ersschütterte, noch gar nicht überwunden war und zum Spätherbst ungeahnte Ausmaße annahm.

So war ich froh, dass ich die Zeit zwischen 2 Pandemiewellen nutzen und am Rogensee eine erholsame und wunderschöne Zeit verbringen konnte.